~ barani ~

April 12, 2008

das schweigen der schwimmer

Filed under: ehsās — ruh @ 1:04 am

Langsam will ich mal meine gesammelten Kenntnisse zusammentragen. ;-)

Motivierend fand ich dieses Jahr mal wieder die Schwimm-EM, welche mir Ostern versüsste. Schwimmen ist glaube ich der einzige Sport, bei dem ich mich darum reisse ihn auch am TV zu sehen. Vor allem seit es diese Unterwasserkameras gibt. Das fand ich an dieser EM ein wenig schade, meistens wurde unter Wasser primär die Wende gezeigt, mich hätte Schwimmtechnik mehr interessiert. Dafür waren die Kommentare umso lustiger, zB über das “schnelle Wasser”, scheinbar kann man das tatsächlich ein wenig beeinflussen, die gequälte Diskussion um die Schwimmanzüge oder Bemerkungen wie “Den Kleinen geht eher die Luft, den Grossen die Kraft aus”.

Aber bereits vorher hatte ich mich dazu entschieden, mal etwas auszunutzen, dass das Schwimmbad um 6:30 Uhr öffnet. Ich finde regelmässiges Schwimmen schwierig in den Tag zu integrieren, am Morgen aber mit Abstand einfacher. Da ich keine grosse Lust auf morgendliche Unterzuckerung hatte, suchte ich das halbe Internet ab, was man wohl essen könnte, wenn man bald schwimmen geht. Das würde mich interessieren wie das andere machen, aber wenn ich nichts gegessen habe, wird mir irgendwann sehr plötzlich übel und da kann man ja auch zu Hause bleiben. Ich stiess dann auf Biberli. ;-) Fett darf man sicher nicht essen, helles Mehl in geringer Menge ist ok. Ich kann leider auch keinen Kaffee trinken, auch wenn mein Gehirn den gerne hätte. ;-) Biberli waren das einzige was mir sinnvoll erschien, das konkret empfohlen wurde. So esse ich nun wenn ich schwimmen gehe ein Biberli vorher, das reicht dann.

An dieser Stelle könnte man stundenlange Abhandlungen über verbesserte Fettverbrennung auf nüchternem Magen schreiben, die Theorie scheint überholt zu sein, egal wäre es mir sowieso. Zudem ist bei regelmässigen Schwimmern das Körperfett alles subkutan und das brauchen die. ;-) Kalorien verbraucht Schwimmen so viel wie Joggen, das scheinen viele auch noch nicht zu wissen. Ich vermute, für die ist Schwimmen eher Rumplanschen, was ja auch lustig ist.

Bezüglich Schwimmbrille ist der Tipp mit der Spucke Gold wert. Kann man ja beim Duschen machen, dann glotzt niemand doof. ;-)

Ein inspirierendes Fundstück finde ich auch diesen Satz: Wenn du wirklich schnell schwimmen willst, hör auf herumzuspritzen, entspann dich und spüre das Wasser. Das scheint mir auch bei weniger schnell als wirklich schnell sinnvoll. Es gibt doch diese Tage, wo alles so locker geht, ich besser vorwärts komme als sonst und dann erscheint mir manchmal auch das Wasser anders. Manchmal kann ich mit den Händen im Wasser “Wände” fühlen, wohl eher Strömungen, und dann weiss man genau wo man durch muss. Das finde ich phaszinierend.

Momentan übe ich das erste Bild aus dieser Serie. Ich habe den Kopf wohl noch zu weit oben, geholfen hat es mir trotzdem bereits beim Atem holen. Ich kann sowieso nur empfehlen Kraulen zu lernen. Es ist möglich sehr langsam zu kraulen. Viele Leute sagen, sie könnten drei Züge und dann würden sie untergehen. Ich vermute, die wollen zu schnell schwimmen. Wie langsam man kraulen kann, musste ich auch entdecken, weil man sieht es ja meistens eher schnell geschwommen. Jetzt finde ich es aber super, weil es sich optimal dosieren lässt. Komme ich zu sehr ausser Atem, mach ich einfach fast keine Beinbewegungen mehr und dann kann man sich erholen. Auch die aufgewendete Kraft in den Armen kann man beliebig regulieren. Ich hab das Gefühl, das geht einfacher als beim Brustschwimmen. Ich schreib das jetzt, weil ich es schade finde, dass scheinbar viele Leute nicht wissen, wie gut man Kraulen runterfahren kann und wie schön das zu schwimmen ist. (einmal darf ich doch missionieren ;-) )

Hehe, viele sagen ja auch, dass sie Schwimmen langweilig finden. Das war mir immer unverständlich, aber wenn ich die Leute ansehe, die eine Stunde lang imer dasselbe machen hin und her, versteh ich es besser. Da würde ich empfehlen mal einen Schwimmkurs zu machen, weil man dort Übungen lernt, mit denen man viel variieren kann. Ich könnte nie eine Stunde lang immer gleich schwimmen. Es kommt schon vor, dass ich mich am Anfang frage, wann die Stunde wohl vorüber ist, aber meistens geht das dann doch viel zu schnell.

Als ich begonnen habe am Morgen zu schwimmen, fand ich es am Anfang furchtbar. Ich hatte das Gefühl, im Wasser nicht wach zu werden und war danach noch müder. Eskortiert von auf einer Seite die Limmat Sharks, auf der anderen die Limmat Nixen, dachte ich immer, die müssen danach doch auch noch was tun. Und dann kam der Morgen, da war ich nach dem Schwimmen einfach wach und zufrieden und nicht mehr müde. Seither ist das so und das ist super. ;-) Daher auch der Titel, ich finde die Stimmung an der Bushaltestelle lustig, weil alle still und zufrieden sind.

Ich schreib dann mal noch was über “swimmers high” und wie man mit Angst im Wasser umgeht, respektive sie verliert, mittlerweilen kenne ich mich mit beidem aus. ;-)

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